Das Phänomen der Künstlergruppen in Deutschland

Immer wieder haben sich in der modernen Kunstgeschichte Künstlergruppen gebildet, die oft auch erheblichen Einfluss hatten. Die wahrscheinlich bekannteste Gruppe dürfte die Brücke gewesen sein. Sie wurde 1905 von Ernst Ludwig Kirchner ins Leben gerufen und ihr gehörten noch Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff an. Max Beckmann war der Begründer der Darmstädter Sezession, und im selben Jahr gründete der bekannte Otto Dix eine Dresdner Gruppe. Ähnliche Zusammenschlüsse gab es auch in den Niederlanden und in Spanien sowie in Österreich. Die Wiener Secession gilt als die Geburtstsätte des Jugendstils. Meistens sind es heute namhafte Künstler, die sich mit Gleichgesinnten zusammenschließen und bisweilen auch in Künstlerkolonien leben.background-1127788_960_720

Zweck der Künstlergruppen war neben dem gemeinsamen Austausch vor allem Marketing: Als Gruppe fand man mehr Gehör. Da viele Gruppen sich neuen Kunstformen verschrieben hatten, brauchten sie die Öffentlichkeit. Als Gruppe war es auch einfacher eine Ausstellung mit Werken zu bestücken. Eine der bekanntesten Künstlerkolonien ist die in Worpswede, die 1889 gegründet wurde und der bedeutende Künstler des Jugendstils, des Impressionismus und des Expressionismus angehörten.

Begriffe wie die “Jungen Wilden” hingegen beschreiben keine wirkliche Gruppe, sondern eher ein Genre oder Merkmale einer Epoche. Meistens haben Gruppen ihre Gründung schriftlich festgehalten und auch veröffentlicht. Die Gemeinschaftsausstellungen waren dabei ein wichtiger Bestandteil. Man wollte gemeinsam an einer Sache arbeiten. Der Einzelne sollte sich in den Dienst der Sache stellen, wenn auch mit seinen eigenen Werken.

Künstlergruppen gibt und gab es in fast allen Bereichen der Kunst, in der Malerei, der Bildhauerei, der Architektur, im Design und sogar in der Musik und der Literatur. Oft gaben sie sich kurze prägnante Namen, wie TAKT, Stückkisten, manchmal wurde das Gründungsjahr Teil des Namens wie bei der Truppe 1931, und viele nannte sich auch Schule, wie die sächsische Dichterschule oder die neue Frankfurter Schule. Und dann gab es noch die eher langweilen Namen wie den Oberhessischen Künstlerbund und die neue Künstlervereinigung München, die aber trotzdem hervorragende Künstler und Werke hervorbrachten.